Jahrhundertchance für die Region
Der Emscher-Umbau
Ein zentrales Anliegen des Emscher-Umbaus ist die moderne Entsorgung der Abwässer. Früher wurde das Schmutzwasser der Region einfach in die Emscher eingeleitet. Jetzt – nachdem die Bergsenkungen abgeklungen sind – kann das Abwasser Schritt für Schritt in unterirdische Kanäle verlegt werden. Dieses neue Kanalnetz – es wird insgesamt rund 400 Kilometer lang sein – ist Voraussetzung für den ökologischen Umbau der Emscher und ihrer Nebenläufe. Davon ist der Emscher-Kanal zwischen Dortmund und Dinslaken mit 51 Kilometern die längste durchgehende Schmutzwasserleitung. Die Röhren werden in einer Tiefe bis zu vierzig Metern verlegt und haben einen Durchmesser von zum Teil 3,60 Metern.
Ein in Europa einzigartiges Pumpwerk wird helfen, die Höhendifferenzen zu überwinden und die Abwasserströme auf die Kläranlagen Bottrop und Dinslaken zu verteilen. Das neue Pumpwerk wird auch ein „Ankerpunkt für die Wasserkultur“ sein – und ein weithin sichtbares Zeichen für die Neue Emscher.
Das auch im europäischen Maßstab gewaltige Umbauprojekt, verbunden mit den Konzepten zum Neuen Emschertal, ist eine Jahrhundertchance für die gesamte Region. Dennoch sollten die Erwartungen realistisch bleiben, denn auch ehrgeizige Planungen können die ursprüngliche Emscher mit ihren Feuchtwiesen und Auenlandschaften nicht vollständig wiederherstellen. Die Landschaftsveränderungen durch die Industrialisierung und die Siedlungsentwicklung sind einfach zu groß.




